FIDE wählt Timur Turlov zum Präsidenten und plant Elo-Liste für Chess960

Turlov gewählt, Chess960 bekommt Elo

Bei der FIDE-Generalversammlung am 26. und 27. September 2026 in Samarkand wurde Timur Turlov zum neuen Präsidenten des Weltschachverbands gewählt. Gleichzeitig beschloss das Gremium ein lang erwartetes Projekt: eine offizielle Elo-Wertung für Chess960, auch als Fischer Random bekannt.

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Das Wichtigste
• Timur Turlov in Samarkand zum FIDE-Präsidenten gewählt.
• Viswanathan Anand als Vizepräsident gewählt, zusammen mit vier weiteren Vizepräsidenten.
• Eine offizielle Elo-Liste für Chess960 soll bis spätestens 1. Juni 2027 stehen.
• Katar und Georgien bewerben sich um die Schacholympiade 2030, Katar gilt derzeit als Favorit.

Neue Führung in Samarkand

Die Wahl fand im Rahmen der 46. Schacholympiade und des FIDE-Kongresses statt, der Vertreter der Mitgliedsverbände, den FIDE-Rat, den Zonalrat und die Kommissionen des Verbands zusammenbrachte. Laut FIDE übernimmt Timur Turlov das Amt mit Viswanathan Anand als Vizepräsidenten an seiner Seite. Vier weitere Persönlichkeiten wurden ebenfalls zu Vizepräsidenten gewählt: Yuhua Xu, Michael Khodarkovsky, Pavel Kolobkov und Yassin Souleiman Hassan. Weitere Ernennungen bestätigten das neue Führungsteam, darunter Luigi Maggi als Schatzmeister und Bouchra Kadiri als Vizepräsidentin und Ratssekretärin.

Chess960 erhält eigene Elo-Zahl

Für Schachspieler ist die wichtigste Neuigkeit die Genehmigung einer eigenen Elo-Wertung für Chess960. Diese von Bobby Fischer populär gemachte Variante durchmischt die Ausgangsstellung der Figuren, um den Einfluss theoretischer Vorbereitung zu verringern. Bislang fehlte eine eigene Rangliste – ein Instrument, das künftig mit dem klassischen System vergleichbar sein soll; mehr zur Funktionsweise liefert unser Beitrag zur Elo-Zahl im Schach. Die FIDE setzte eine klare Frist: Das System muss spätestens zum 1. Juni 2027 eingeführt werden.

Der Vorstoß kam gemeinsam von den Verbänden Deutschlands, Islands, Norwegens, Irlands und der Färöer-Inseln – ein Zeichen dafür, dass das Interesse an Chess960 weit über die nordischen Länder hinausreicht, in denen die Variante zuletzt besonders populär wurde.

Bilinguale Bezeichnung bestätigt

Die Generalversammlung billigte zudem eine zweisprachige institutionelle Bezeichnung der FIDE, die den heutigen englischen Namen mit dem früheren französischen Namen verbindet – eine Erinnerung an die französischen Wurzeln des Verbands.

Kurs auf 2030 und nächste Schritte

Organisatorisch erklärten sich sowohl Katar als auch Georgien bereit, die Schacholympiade 2030 auszurichten. Katar gilt derzeit als favorisierter Kandidat, vorbehaltlich noch ausstehender offizieller Garantien. Zudem wird Ende 2026 eine außerordentliche Generalversammlung online stattfinden, um die Budgets für 2027 und 2028 zu prüfen – ein wichtiger Schritt für die neue FIDE-Führung.

Zwischen neuer Führungsstruktur und der Öffnung für alternative Formate schlägt die FIDE einen Kurs ein, der die Schachwelt in den kommenden Monaten beschäftigen dürfte.

Quellen

  • ChessBase — Main decisions of the FIDE General Assembly 2026 (2026-10-04)
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