Die 46. Schacholympiade endete am 27. und 28. September 2026 in Samarkand, Usbekistan. Vor heimischem Publikum sicherte sich die Gastgebermannschaft im offenen Turnier Gold gegen die Ukraine, während Deutschland nach 26 Jahren erstmals wieder aufs Podium zurückkehrte. Ein Ergebnis, das den Aufstieg des Gastgeberlandes auf der internationalen Schachbühne bestätigt.
Das Wichtigste
• Usbekistan schlägt die Ukraine in der letzten Runde 2,5:1,5 und beendet das Turnier mit 20 von 22 Punkten – der zweite Olympiasieg nach Chennai 2022.
• Indien holt Silber (18 Punkte) durch ein 2:2 gegen Ungarn; Deutschland gewinnt Bronze (18 Punkte) mit einem 2,5:1,5 gegen die Niederlande – die erste Medaille seit Istanbul 2000.
• Nodirbek Abdusattorov bleibt ungeschlagen und holt Einzelgold am ersten Brett mit einer Performance von 2869 Elo-Punkten.
• Bei den Frauen sichert sich China mit einem 3:1 gegen Vietnam den siebten Olympiasieg; Kasachstan wird Zweiter, Indien Dritter.
Die Entscheidung fiel in letzter Runde
Die Spannung hielt bis zum Schluss an. Gegen die Ukraine brauchte Usbekistan ein solides Ergebnis, um Platz eins zu verteidigen. Den entscheidenden Punkt lieferte Mukhiddin Madaminov mit seinem Sieg über Roman Dehtiarov, den amtierenden Europameister, der erst 18 Jahre alt ist. Endstand: 2,5:1,5 für das Gastgeberteam, das die Olympiade mit 20 von 22 möglichen Punkten abschließt.
Der neue Titel bestätigt den Weg, der 2022 in Chennai begann, als Usbekistan die Schachwelt bereits mit einer seither weitgehend unveränderten Mannschaft überraschte. Zwei Olympiaden, zwei Goldmedaillen: Die von Abdusattorov angeführte Generation etabliert sich dauerhaft an der Spitze.
Indien knapp geschlagen, Deutschland feiert die Rückkehr
Zweiter wurde Indien mit 18 Punkten nach einem 2:2 gegen Ungarn. Der Sieg von Arjun Erigaisi gegen Peter Leko reichte nicht aus, um die Niederlage von Weltmeister Gukesh Dommaraju gegen Gleb Dudin auszugleichen. Gukesh hatte bei den beiden vorherigen Olympiaden am ersten Brett jeweils Einzelgold gewonnen.
Das eigentliche Symbol dieser Olympiade findet sich vielleicht auf deutscher Seite. Mit einem 2,5:1,5-Sieg gegen die Niederlande holt Deutschland seine erste Olympiamedaille seit 26 Jahren – laut Chess.com stammte die vorherige aus Istanbul 2000, wo das Team Silber gewann. Den entscheidenden Punkt sicherte Matthias Bluebaum, der einen Fehler von Jorden van Foreest in einer eigentlich haltbaren Stellung nutzte, um den Sieg einzufahren.
Herausragende Einzelleistungen
Laut Chess.com bleibt Nodirbek Abdusattorov mit 8,5 von 11 Punkten und einer Performance von 2869 ungeschlagen und gewinnt Einzelgold am ersten Brett des offenen Turniers. „Das ist der stolzeste Moment meines Lebens. Es war eine gewaltige Leistung für unser Team, für Usbekistan. Ich bin wirklich glücklich“, erklärte er.
Frederik Svane holt zum zweiten Mal in Folge Gold am dritten Brett, ungeschlagen und mit einer Performance von 2796. Zwei junge Spieler stechen zudem hervor: Der 15-jährige Türke Yagiz Kaan Erdogmus gewinnt Silber am ersten Brett und wird der bestplatzierte Spieler unter 20 Jahren weltweit, während der 17-jährige Ukrainer Ihor Samunenkov Gold am vierten Brett holt, indem er Gukesh in der letzten Runde überholt.
China dominiert bei den Frauen
Im Frauenturnier setzt sich China mit 3:1 gegen Vietnam durch und holt den siebten Olympiasieg mit 20 Punkten, obwohl mehrere ihrer historisch besten Spielerinnen fehlten. Zhu Jiner gewinnt Einzelgold am ersten Brett mit einer Performance von 2638 und wird damit Weltnummer zwei in der Live-Elo-Rangliste.
Kasachstan holt Silber und bleibt während des gesamten Turniers ungeschlagen, trotz eines 2:2 gegen Polen in der letzten Runde. Indien komplettiert das Podium dank eines in letzter Sekunde erkämpften Remis von Savitha Shri gegen Georgien und liegt punktgleich mit vier weiteren Teams, aber vor ihnen in der Wertung. Laut Chess.com gewinnt Indien zudem zum dritten Mal in Folge den Gaprindashvili-Pokal, der die beste kombinierte Leistung aus offenem und Frauenturnier auszeichnet.
| Platz | Team | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Usbekistan | 20/22 |
| 2 | Indien | 18/22 |
| 3 | Deutschland | 18/22 |
| 4 | USA | 17/22 |
| 5 | Aserbaidschan / Armenien / Ungarn | 17/22 |
In zwei Jahren steht die nächste Schacholympiade an, bei der Usbekistan seinen Titel verteidigen will, während Indien und Deutschland auf Revanche sinnen. Wer die Partien des Turniers auf einem schönen Brett nachspielen möchte, findet passende Sets in unserer Kollektion kompletter Schachspiele.
Quellen
- ChessBase — Clear win for China in Women's Chess Olympiad, while Kazakhstan and India complete the podium (2026-09-28)
- ChessBase — Uzbekistan triumph on home soil, collect second Olympiad gold (2026-09-27)
- Lichess — 2026 Samarkand Olympiad Rounds 10–11: Uzbekistan, China Win Open, Women’s (2026-09-27)
- Chess.com — 🥇 Uzbekistan, China Both Win To Clinch Olympiad Gold (2026-09-27)





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